
Archiviertes Symposium
Die Pyramide von innen
Die Entdeckung des pharaonischen Ägyptens im 19. Jahrhundert
21. November 2009 in Baden-Baden
Das 19. Jahrhundert mit seinen geografischen Eroberungen, seinem geschichtlichen Wissensdrang und seinen archäologischen Entdeckungen ist unser entscheidendes Fenster zur Vergangenheit. Nicht erst seit dem napoleonischen Feldzug nach Ägypten, der zwischen 1798 und 1801 die Aufmerksamkeit Europas auf sich zog, löste das Land entlang des Nils eine Faszination auf Künstler und Wissenschaftler aus. Die Zeugnisse aus der Vergangenheit lockten Abenteurer in das Land der Pharaonen. Dabei lag der Schwerpunkt des Interesses zunächst nicht in der Erkundung der Hochkultur, sondern in der Aneignung von bislang ungehobenen Schätzen. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wuchs ein Bewusstsein für die Ägyptologie und den Erhalt der historischen Denkmäler. Der Lauf des Nils entwickelte sich rasch zu einem touristischen Reiseziel: Thomas Cook organisierte 1869 die erste Kreuzfahrt mit einem Dampfschiff auf dem Nil. Im selben Jahr wurde der Suez-Kanal eingeweiht und aus diesem Anlass die Oper „Aida“ uraufgeführt.
Abenteuerlust, Faszination und Neugier öffneten im 19. Jahrhundert das Fenster zur Vergangenheit des alten Ägyptens. Wilhelm Dieudonné Stieler (1888-1912) bereiste 1908/09 das Land und war von der alten Kultur fasziniert. Er legte eine kleine Sammlung von Ägyptiaca an, die heute von der Stiftung für ein Schweizerisches Orient Museum, Basel betreut wird. Sie bildet den Kernpunkt der Ausstellung, die ab 27. März 2010 im Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts zu sehen sein wird.
Stieler betätigte sich nach seiner Rückkehr als Pilot in einer frühen Zeit der Luftschifffahrt. Als Ballonfahrer nahm er an einem Versuch teil, einen Höhenrekord aufzustellen. Das Experiment scheiterte, Stieler verunglückte in jungen Jahren tödlich.
Das Symposium greift verschiedene Aspekte auf, die sich mit dem Zeitbild auseinandersetzen. Neben einer Einführung in die Ägyptologie des 19. Jahrhunderts können Besucher mehr über die Konservierungstechniken des alten Ägyptens erfahren, einen virtuellen Einblick in die Ausstellung erhalten, sich von Flaubert literarisch ins Land der Pyramiden entführen oder die musikalische Inspiration Giuseppe Verdis für die Oper „Aida“ erläutern lassen. Die Geschichte der Ballonfahrt im Hinblick auf Wilhelm Stielers Schicksal wird ebenso Thema des Symposiums sein wie die Rätselhaftigkeit der Sphinx, die in der Malerei des 19. Jahrhunderts verstärkt auftritt.
Begleitend zur Ausstellung im März 2010 erscheint ein Katalog mit den Vorträgen der Tagung.
| Tagungsort: |
Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden
Lichtentaler Allee 8
76530 Baden-Baden |
| Datum: |
21. November 2009 |
| Zeit: |
9.30 Uhr bis ca. 18.15 Uhr |
| Teilnahmegebühr: |
6,- €, ermäßigt 3,- €
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Anmeldung:
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Das Symposium hat bereits stattgefunden.
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