Sarg-Ensemble der Tahai
22. Dynastie (945–722 v. Chr.)
© Antikenmuseum & Sammlung Ludwig, Basel.
Foto: Andreas F. Voegelin
Die Pyramide von innen. Die Entdeckung des Alten Ägypten im 19. Jahrhundert
27. März bis 22. August 2010
Das alte Ägypten – mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde aus dem fernen Traumbild einer geheimnisvollen Hochkultur anfassbare Realität: die Realität von Expeditionen, Ausgrabungen, Forschung, künstlerischer Anverwandlung und touristischer Erkundung. Das 19. Jahrhundert mit seinen militärischen Expansionen und dem wissenschaftlichen Aufblühen von Archäologie sowie Philologie entdeckte das Land am Nil, seine monumentalen Grabanlagen und entschlüsselte die Hieroglyphen. Hinter den Geheimnissen um Mumie und Sphinx wurden die Umrisse eines faszinierenden Zeitalters erkennbar: Jahrtausende geprägt von umfassenden medizinischen und astrologischen Kenntnissen, komplexer, religiöser Erinnerungskultur sowie Mythen und göttlichen Gestalten, die später prägend in die jüdische und christliche Religion hineinwirkten. Heute ist das 19. Jahrhundert mit seinen Eroberungen und seinem Wissendrang unser Fenster zur Vergangenheit.
Die Ausstellung bietet mit zwei hervorragend erhaltenen Mumien und zahlreichen Skulpturen der altägyptischen Kultur Einblicke in die Zeit zwischen ca. 3500 v. Chr. bis in das frühe Christentum. Einige dieser Originale werden erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Grabbeigaben und Schriftplatten vermitteln Schmuckstücke und Amulette die kunsthandwerklichen Fertigkeiten der Ägypter. Für die Erschließung altägyptischer Kultur spielte der Totenkult eine große Rolle. In der Ausstellung veranschaulichen außer den Mumien Sarkophage und Leichentücher die Techniken der Konservierung und deren religiöse Hintergründe. In diesem Zusammenhang wird auch die Verwendung von Mumien zur Herstellung von Heilmitteln im 19. Jahrhundert vor Augen geführt.
Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung für ein Schweizerisches Orient-Museum, Basel (SSOM), vertreten durch die Präsidentin Madeleine Page-Gasser, und wissenschaftlich beraten durch Prof. Dr. Hermann A. Schlögl.
Begleitend zur Ausstellung erscheint im snoeck-Verlag zum Preis von 19 € ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Erläuterungen zu den Ausstellungsgegenständen sowie vertiefenden Essays, die auf das Ägypten-Symposium im November 2009 zurückgehen.